Depressionen - eine weit verbreitete und missverstandene Krankheit
Verbreitung
Depressionen sind überall auf der Welt bekannt, und sie nehmen zu:
- Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) waren Depressionen im Jahr 2001 auf Platz 4 der Krankheiten, die Arbeitsunfähigkeit verursachen.1 Für das Jahr 2020 wird erwartet, dass Depressionen den zweiten Platz belegen werden.1
- Nach Angaben der WHO leiden weltweit schätzungsweise 121 Millionen Menschen unter Depressionen.1 Ferner wird mindestens eine von vier Familien ein Familienmitglied mit einer psychischen Störung haben.2
- Es wird geschätzt, dass weltweit 5,8 Prozent der Männer und 9,5 Prozent der Frauen an irgendeinem Punkt in ihrem Leben unter Depressionen leiden werden.3
Gründe
Die Ursachen der Depressionen sind nicht geklärt und tatsächlich hat es macnhmal den Anschein, dass kein erkennbarer Grund für ihr Erscheinen vorliegt. Experten glauben, dass manche Menschen mit der Eigenschaft geboren werden, leicht depressiv zu werden.4 Sie glauben auch, dass Stress verursachende Ereignisse, Krankheit, Medikamente und andere Faktoren zu einer Unausgewogenheit chemischer Substanzen im Gehirn führen können, die Depressionen verursachen kann.5Manche Menschen werden nach einer größeren Veränderung in ihrem Leben depressiv – der Tod eines geliebten Menschen, eine Scheidung, der Verlust des Arbeitsplatzes oder ein Umzug. Selbst fröhliche Ereignisse, wie Elternwerden, Eheschliessung, oder kleinere Veränderungen im Leben können manchmal Depressionen auslösen. Dabei spielt es keine Rolle, wie groß oder klein die Veränderung im Leben ist: sie können aufreibend sein und in großem Maße die Gefühle eines Menschen beeinflussen.
Risikofaktoren für Depressionen sind:
- Depressionen in der Familie
- Tod oder Krankheit eines geliebten Menschen
- Konstanter psychischer/körperlicher Stress bei der Arbeit
- Körperlicher, sexueller oder emotionaler Missbrauch
- Drogen- oder Alkoholmissbrauch
- Chronische Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Arthritis, Herzkrankheit, HIV oder chronische Schmerzen
- Größere Ereignisse im Leben wie beispielsweise Umzug, Universitätsabschluss, Wechsel des Arbeitsplatzes, Heirat oder Scheidung, Elternwerden oder auch Pensionierung
- Finanzielle Schwierigkeiten
Depressionen können ebenfalls durch andere medizinische Krankheiten ausgelöst werden. Krankheiten wie beispielsweise Apoplexie, Herzinfarkt, Krebs, Nervenleiden (wie zum Beispiel Alzheimer und Parkinson) oder auch hormonelle Änderungen (wie beispielsweise die Wechseljahre) können zu Depressionen führen. Menschen, die diese Voraussetzungen erfüllen, sollten sich mit den Symptomen der Depression besonders auskennen und sollten mit ihrem Gesundheitsexperten darüber sprechen, falls sie irgendein Symptom bei sich erkennen.
Depressionen und Selbstmord
Es mag Zeiten geben, in denen Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung Menschen mit Depressionen auf den Gedanken bringen, sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie bemerken, dass solche Symptome bei einem geliebten Menschen mit Depressionen schlimmer werden, beispielsweise durch unübliche Veränderungen im Verhalten, oder Ängstlichkeit, gesteigerte Erregbarkeit, Panikattacken, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Feinseligkeit, Aggressivität, Impulsivität, Ruhelosigkeit, oder sehr große Nervosität und Hyperaktivität, sollten Sie ihn dazu ermutigen, sofort einen Arzt aufzusuchen.
Literatur
- World Health Organization. Factsheet - Depression. 2005. Verfügbar unter: http://www.who.int/mental_health/management/depression/definition/en/
- WHO. Mental health in the WHO European Region. Fact sheet Euro/03/03. 8 September 2003. Verfügbar unter: http://www.euro.who.int/document/mediacentre/fs0303e.pdf
- World health Organization. Facts sheet. 2002. Verfügbar unter: http://www.who.int/whr/2001/chapter2/en/index4.html
- Beardslee WR, Gladstone TRG et al. A Family-Based Approach to the Prevention of Depressive Symptoms in Children at Risk: Evidence of Parental and Child Change. Pediatrics: Official Journal of the American Academy of Pediatrics.2006; 129
- Ohayon, MM, Schatzberg, AF. Using Chronic Pain to Predict Depressive Morbidity in the General Population. Arch Gen Psychiatry/Vol 60. 2003: 39
